Vorträge von Studierenden

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Hier ein kleiner Überblick auf die Vorträge der Studierenden. Das Programm wird sich in sich in Zukunft noch komplettieren. Genauere Informationen zum Verlauf, mit Angaben zu Zeiten und Räumen, werden in Kürze folgen.



  1. Hintergründe des hadd al-Ridda (Apostasiestrafe) im islamischen Recht und die heutige Diskussion über das Todesurteil“ von Mohammed Abdel Rahem (Uni Münster /Al-Azhar Kairo)     Exposé als PDF

Ridda bedeutet in der islamischen Tradition den Übertritt zu einer anderen Religion oder den Abfall vom Glauben, was nach dem islamischen traditionellen Recht mit der Todesstrafe zu verurteilen ist. Dagegen sind einige Denker der Meinung, für die Ridda soll keine Strafe vollstreckt werden, und stützen sich vor allem auf den Wortlaut des Koran. Die Vertreter der Todesstrafe berufen sich auf einige prophetische Überlieferungen, die die Gegner andres interpretieren. Der Vortrag befasst sich mit dieser Kontroverse.

  1. Die Rolle der Araber in Palästina bis zur Gründung des Staates Israel: Inwieweit bedingen gesellschaftliche Strukturen und Möglichkeiten politischer Partizipation die Unruhen und Aufstände im Zeitraum 1917-1948?“ von Tilman Finke (Uni Hamburg)

Tilman Finke (Uni HH) referiert über die schwierige Übergangszeit in Palästina vom Zerfall des Osmanischen Reichs bis zur Gründung des Staates Israel. Mit Fokus auf die arabische Bevölkerung werden Ursachen und Gründe für die Konflikte der damaligen Zeit genannt und erläutert. Als Präzedenzfall einer populären wie ebenso im Verhalten symptomatischen arabischen Führungsfigur in dieser Periode wird im Speziellen auf den Großmufti von Jerusalem, Hadschdsch Amin al-Husaini, eingegangen.
  1. Wahhabismus – von der Reform zum globalen Djihad?“ Von Stefanie Groth (Uni Erfurt)   Exposé als PDF 

"Der Islam begann als ein Fremder und als ein Fremder wird er wie­derkehren, so wie er begann“ - Muhammad ibn Abd al-Wahhab (1703-92) glaubte in einer Zeit zu leben, in der dieser Ausspruch des Propheten Muhammad eingetreten sei. Er forderte eine sozial-moralische Erneuerung der Gesellschaft durch striktere Einhaltung des Monotheismus (tawhid) und einer zeitgemäßen, direkten Interpretation der islamischen Quellen durch jeden einzelnen Gläubigen. Schon damals traf seine Lehre bei einem Großteil seiner Zeitgenossen auf Widerstand und auch heute sorgt der Wahhabismus für anhaltende Kontroversen – allerdings aufgrund seines vermeintlichen Erfolgs. Weshalb deklarieren Politiker und Medien gegenwärtig eine Lehre als ideologische Inspiration al-Qaidas und intoleranteste Interpretationsform des Islam, die ursprünglich im 18. Jahrhundert in den isolierten Oasen der arabischen Halbinsel als Erneuerungsbewegung entstand?  Der Vortrag zeigt wie sich die Reformlehre über zeitlich bedingte Re-Interpretationen um die Lehren von Ibn Taymiyya und Sayyid Qutb erweiterte und zu einer Ideologie entwickelte, die das Konzept des globalen Djihad mit einschließt.
  1. Nasr Hamid Abu Zaid und seine Auslegung des Koran“ von Lukasz Piatak (Uni Poznan)    Exposé als PDF

Nasr Hamid Abu Zaid (geb. in 1943 in Tanta, Ägypten) ist ein ägyptischer Literaturwissenschaftler und ein der führenden islamischen Reformdenker. Derzeit lehrt er an der Universität Leiden. Er vertritt die These, dass der Koran auch mit modernen literaturwissenschaftlichen Theorien analysiert werden dürfe. Er ist der Meinung, dass Religion in wechselnder Weise interpretiert werden könne und immer an die zeitlichen Bedingungen angepasst war. Das beziehe sich auch auf das Scharia-Recht (islamisches Religionsrecht) in der Form, die wir ihr heute kennen, die kein Teil der ursprünglichen gottlichen Offenbarung ist, sondern Ergebnis der Entwicklung von rechtswissenschaftlichen Theorien der mittelalterlichen islamischen Gelehrten.

  1. Sozialer Status und die Frage des islamischen Fundamentalismus in Deutschland“ Von Abderrahmane Ammar (Uni Bamberg)

Der Vortrag beschäftigt sich mir folgenden Fragestellungen: Unter welchen Bedingungen lässt sich der islamischer Fundamentalismus in Deutschland bilden? Warum werden junge Migranten Muslimische Fundamentalisten? Kann man nur über religiösen Motivationen des Phänomens sprechen? Ist das nicht ein Zeichen für den Misserfolg der Integrationspolitik?
  1. Neue sprachästhetische Koranübersetzungen“ von Julian Krumsdorf (Uni Münster)     Exposé als PDF   

  2. Entblößte Frauen mit Kopftuch: Identitätsverhandlungen und Widersprüche in der Schilderung türkischer Frauen im transnationalen deutsch-türkischen Kino von den 60er Jahren bis heute“ von Antonella Cassia (Uni Leipzig)

  3. "Magisterarbeit: Islamischer Feminismus in Ägypten am Beispiel Omaima Abou-Bakrs" von Kathrin Klausing    Exposé als PDF 

    In der Magisteraarbeit wird eine Protagonistin des gegenwärtigen „islamischen Feminismus“ vorgestellt, die in der westlichen Wissenschaft bis jetzt noch nicht sehr stark wahrgenommen wurde. Die Arbeit stellt zunächst die Person selbst und ihren beruflichen Werdegang, ihre akademischen Interessen und ihre aktivistischen Unternehmungen vor. Der biographische Teil belegt, dass sie erst durch frauenfeindliche Tendenzen im innerislamischen Diskurs dazu angeregt wurde, darauf mit einem neuen Ansatz zu antworten.

  1. "Institutioneller Wandel und die Rolle der Bourgeoisie in Saudi-Arabien" von Said-Khalid Scharaf  (Freie Universität Berlin)  Exposé als PDF 

  1.  "Die Debatte um die Einführung von Islamischem Religionsunterricht in den verschiedenen Bundesländern. Geschichte, (rechtliche) Probleme und Diskussion der verschiedenen Ansätze."  von Randi Barth (Uni Münster) 

Seit Jahren wird in den verschiedenen Bundesländern über die Einführung eines Islamischen Religionsunterrichts, gleich dem evangelischen und katholischen Religionsunterricht, diskutiert. Die muslimischen Verbände bemühen sich schon sehr lange um die Einführung dieses Faches auf Basis des Grundgesetzes (Art. 7) und auch die jeweiligen Landesregierungen (zumindest der Länder, in denen signifikante muslimische Minderheiten leben) betonen ihren Willen hierzu (v.a. hinsichtlich des integrativen Potenzials desselben). Allerdings ist es bis heute nicht zu einem verfassungskonformen IRU gekommen - wohl aber zu Alternatvilösungen. Der Vortrag soll die Ausgangs- und jetzige Lage in einzelnen Bundesländern erklären und die rechtliche Situation beleuchten. Eine Diskussion aufgrund dieser Positionen soll dann angeregt werden
 
  1. "Die Repräsentation der ägyptischen Wirtschaft in der deutschen Presse: eine ethnologische Analyse einer fremden Ökonomie" von Sarah Wessel (Uni Münster)  Exposé als PDF 

Ausgehend von der These, dass die Art und Weise wie das Fremde dargestellt wird, mehr über das Eigene aussagt als über das Fremde, war es Ziel der hier vorgestellten Magisterarbeit herauszufinden, was die Darstellung der ägyptischen Wirtschaft über die Wertvorstellungen deutscher Journalisten verrät. Der Vortrag gibt Antworten zu den Fragen: Wie wird die ägyptische Wirtschaft in deutschen Medien repräsentiert? Welche Wertvorstellungen vermitteln deutsche Journalisten in ihren Artikeln über Ägypten im Zeitraum von 1974 bis 2001? Inwieweit weicht die Darstellung der ägyptischen Wirtschaft durch deutsche Journalisten von der Realität ab? Welche Konsequenzen hat diese Diskrepanz zwischen Darstellung und Realität?
  1.  "Ayatollah Khomeinis Herrschaft des Rechtsgelehrten und Mu'ammar al-Qaddafis Dritte Universaltheorie - Vergleich zweier ideologischer Systeme des politischen Islam" von Katharina Knappe (Uni Hamburg)

  2.  "Les Mésaventures Orientales - Von einem der auszog den Orient zu
    verstehen"
    von Martin Hughes

In einem fiktionalen bisher noch unpublizuierten Prosatext schreibt der deutsche Dichter Martin Hughes über die Abenteuer des deutschen Orientreisenden Jean Place. Jean Place ist ein junger Mann, der auszog den Orient zu verstehen. Seine Abenteuer liessen Ihn Schönes und Schreckliches erleben. Jean Place berichtet diese teils bissig und sarkastisch und zögert nicht, eine bisweilen nicht immer politisch korrekte Sprache zu verwenden. An den besten Stellen beeindruckt der Text durch eine Schonungslosigkeit und Ehrlichkeit.


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